Kater „Cav“ – † 10.08.2018 🐾

Lebt wohl

Mein Erdenweg, er ging zu Ende, ich war sehr gerne hier zu Gast.
Nun ruht mein Herz, wie auch die Pfoten, bin ledig aller Sorgenlast.

Seid nur getrost; denn dieses Leben, es war erfüllt und segensreich.
Das Schicksal hat mir viel gegeben, zur Wehmut fühl ich Dank zugleich.

Gedenket mein in stiller Stunde, doch grämt euch nicht, ich bin nun frei.
Wenn ihr einst sitzt in froher Runde, dann bin ich sicher mit dabei.
(Autor: Horst Winkler)

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2014 zu uns gebracht war „Cav“ sein Gesundheitszustand bedingt durch die
katastrophalen Zuckerwerte grenzwertig, da seine ehemaligen Besitzer keine
Zeit hatten sich vernünftig um ihn zu kümmern und ihn regelmäßig zu spritzen.

In enger Abstimmung mit dem Tierarzt wurde der damals schon elfjährige Kater
behandelt, so dass sich seine Werte eingepegelt haben. Da seine Vermittlungs-
chancen gering waren, zog er auf eine liebevolle Pflegestelle, die sich sehr
verantwortungsvoll um ihn gekümmert hat. Mit den dort vorhandenen Katzen klappte
es auch ganz gut und er hatte sogar die Möglichkeit des kontrollierten Freigangs.

Seit Februar lebte der mittlerweile 15jährigen „Cav“ wieder im Tierheim, da sich
seine Pflegestelle aus persönlichen Gründen nicht weiter um ihn kümmern konnte.
War das Tierheim besetzt, dann stand seine Tür offen und er konnte selber entscheiden,
ob er am Tierheimalltag teilhaben wollte. Mit unseren Freigängerinnen „Hanna“ und „Perle“
arrangiert er sich erstaunlich gut – man liebt sich nicht gerade, aber man akzeptiert sich.

Mit dem inzwischen vermittelten „Oscar“ hatte sich sogar eine richtige Männer-
freundschaft entwickelt; „Cav“ besuchte „Oskar“ häufig in seiner Stube und auch
im Innenhof haben die beiden oft gemeinsam die Frühlingssonne genossen.

Der Gesundheitszustand von Kater „Cav“ war bereits seit längerem durch viele Aufs
und Abs bestimmt. Neben der Diabetes, wofür er zweimal täglich eine Insulinspritze
bekam, waren seine Nierenwerte schlecht, die Bauspeicheldrüse arbeitet nicht mehr
richtig und auch die Leber war angegriffen. Er bekam einen Haufen Medikamente
für und gegen die diagnostizierten Beschwerden sowie Schmerzmittel und
was zur Stärkung des Immunsystems und der Verdauung.

Aber „Cav“ ertrug dies alles mit einer stillen Würde, freute sich über jede Zuwendung
und Streicheleinheit. Auch das regelmäßige Messen der Zuckerwerte ließ er stets
freundlich und geduldig über sich ergehen.
Wir fragten uns häufig, wann der Zeitpunkt gekommen wäre, um ihn gehen zu lassen
bevor er sich quälen musste. Aber solange „Cav“ die Mitarbeiterinnen jeden Morgen und
Nachmittag noch mit eifrigen Katzen an seiner Tür begrüßte und laut miauend Futter und
Freigang einforderte, schien alles okay. Natürlich verbrachte er die meiste Zeit des Tages
dann dösend – gerne mal auf dem Tisch, mitten im Weg oder auch versteckt in einer Ecke
– aber das war in Ordnung. Er gehörte inzwischen einfach zum Tierheim dazu.

Vom 9. auf den 10. August verschlechterte sich sein Zustand ziemlich rapide.
Gemeinsam mit der anwesenden Tierärztin haben wir entschieden, dass jetzt
der Moment gekommen war, vor dem sich jeder Tierbesitzer am meisten fürchtet,
der aber auch so wichtig ist, ein Tier nicht unnötig leiden zu lassen.

Ganz schnell und friedlich ist „Cav“ über die Regenbogenbrücke gegangen.
Wir sind immer noch traurig und denken gerne zurück an diesen unglaublich
tapferen und freundlichen Kater.

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